Eine volle Halle und großes Interesse an Gesundheit 4.0

Der vierte Workshop im Bunde der InnoDigicamps hat sich zukünftiger Gesundheits- und Pflegeversorgung gewidmet. Die Halle F1 am Technologiezentrum war am 8. März bis auf den letzten Platz belegt.

In den vorangegangenen Workshops, „Smart Home“, Energie & Versorgung“ und „Sicherheit & Datenschutz“ ist bereits sensibel über die Möglichkeiten von Digitalisierung diskutiert worden. Die entwickelten Ideen und Prototypen zeichnen sich, bei aller Einigkeit über den Nutzen  des technischen Fortschritts, durch eine kritische Haltung aus. Die Wahrung der Persönlichkeitsrechte und der Schutz der eigenen Daten hat dabei immer einen unverrückbaren Posten eingenommen. Im Camp „E-Health und Pflege“ ist der humanistische und ethische Maßstab abermals erweitert worden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entwickelten in drei Kleingruppen prototypische Innovationsideen zu den Themen „Patient im Zentrum“, „Daten und Schnittstellen“ und „Unterstützung der Versorgung“.

Patienten, Ärzte, Pfleger und ihre Helfer

Die Teilnehmer des InnoDigicamps E-Health & Pflege waren sich schon in der ersten Phase des Workshops, der Ideensammlung einig: bei aller technischen Unterstützung, die das Gesundheitssystem in Zukunft entlasten könnte, der persönliche Kontakt bleibt enorm wichtig. Und auch wenn es in der Krankenüberwachung noch ungedeckte Bedarfe gibt, in diesem Zusammenhang müssen ethische Aspekte immer im Vordergrund stehen.

Das Team „Patient im Zentrum“ hat sich der Aufgabe angenommen, die ärztliche Versorgung, vor allem im ländlichen Raum, durch Telekonsultation zu verbessern. Die Herausforderung bestand darin, den zwischenmenschlichen Aspekt eines Arztbesuches, der auch so wichtig für eine schnelle Genesung ist, in keinem Fall einzuschränken. Darüber hinaus stellt die Dienstleistung konkrete Anforderungen an die Infrastruktur. Nicht nur müssen dafür 24-Stunden Telenotärzte, beispielsweise über Gemeinschaftspraxen organisiert sein, auch die technischen Systeme der Kommunikation müssen dafür stabil und redundant sein, damit etwaige Ausfälle ohne Konsequenzen für die Patienten überbrückt werden können. Zur Realisierung der Idee, wurde im InnoDigicamp an neuen Geschäftsmodellen, beziehungsweise Serviceverträgen und Abrechnungssystemen gearbeitet. Da Smart TV´s als Medium geeignet scheinen, wurde über eine Kooperation mit Smart TV Herstellern nachgedacht.

Es gibt bereits verschiedene Apps, die hilfsbereite Menschen mit Hilfesuchenden in Kontakt bringen. Unter dem Arbeitstitel „Unterstützung der Versorgung“ haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der zweiten Teamarbeit daran gearbeitet, eine vergleichbare App zu entwerfen, die auch professionelle und semiprofessionelle Hilfe anbietet. Die Herausforderung hier, liegt in der Schaffung eines rechtsicheren Raumes für gelernte Pflegekräfte, die hierüber ihre Dienste anbieten wollen.

Das dritte Team hat sich der Weitergabe von Gesundheitsdaten und biometrischer Daten allgemein gewidmet. Ein zentraler hochverschlüsselter Clouddienst könnte in Zukunft diese Aufgabe übernehmen. Da es sich bei solchen Daten um die denkbar sensibelsten Daten einer Person handelt, hat das Team zwei Aspekte in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen gestellt. Zum einen müssen die Nutzer die Möglichkeit haben, unterschiedlich zu gewichten und freizugeben, zum anderen brauchen sie einen unverwechselbaren Schlüssel mit höchstem Sicherheitsstandart. Die vorläufige Lösung sieht die Verwendung eines Schlüssels vor, der durch die biometrischen Daten des Individuums generiert und autorisiert wird.

Die Arbeit mit der Arbeit

Der letzte Workshop des Innovationsforums widmet sich keinem minderem Thema. Am 5. April wird es um die Zukunft unserer Arbeit gehen. Egal ob selbständig, angestellt oder als Ehrenamt, die meisten von uns verbringen die meiste Zeit des Tages mit Arbeiten. Digitalisierung und Automatisierung werden im Zusammenhang mit Arbeit oft sehr kontrovers gesehen, was paradox anmutet. Wie also wird unsere Arbeit in Zukunft aussehen, wenn wir uns im Idealfall mit ihr und über sie identifizieren, sie solange wie möglich ausüben und gleichzeitig Balance mit den „wirklich wichtigen Dingen“ halten wollen?

Wenn Sie mitdiskutieren und entwickeln möchten, melden sie Sie sich hier an.

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