Smarte Energieversorgung in Aachen mit dem Smart Living Innovationsforum InnoDigicraft

Im InnoDigicamp unter dem Titel „Energie & Versorgung“ am 7. Februar haben sich wieder Vertreter unterschiedlicher Branchen aus Aachen und der Region getroffen, um firmenübergreifende Zusammenarbeit für zukünftige Energiewirtschaft auszuloten.

Die Energiewende ist in Deutschland seit der Katastrophe von Fukushima und der Roadmap der Bundesregierung zum Atomausstieg beschlossene Sache. Spätestens seither verändert sich auch die wirtschaftliche Realität für die Stakeholder in diesem Sektor. Das Gefüge in Erzeugung und Versorgung verschiebt sich zunehmend. Technologieunternehmen entwickeln Kleinstkraft- und Speicherwerke. Handwerker erweitern ihr Angebot auf die Installation und Wartung solcher Systeme. Mit diesen Beispielen ist die Entwicklung des Sektors natürlich nur marginal beschreiben. Es ergeben sich unvermeidbar Folgefragen und wieder neue Herausforderungen. Sie betreffen beispielsweise die Netze sowie deren Wartung und Verwaltung. Unser Alltag, als Verbraucher und Erzeuger gleichermaßen, wird mit diesen Veränderungen konfrontiert werden.

Es gibt noch viele Unwägbarkeiten beim Thema Energie und Versorgung der Zukunft. In einem Punkt sind sich die Teilnehmer dieses Workshops jedoch sicher: Die Energieerzeugung wird in Zukunft plural und dezentral sein. Die Zahl der privaten Erzeuger mit eigenen Energiespeichern wächst schon heute rasant. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Nachfrage entsprechender Technologien.

Wie wird die Wartung der Netze gewährleistet, wenn sie zwar immer seltener gebraucht werden und dennoch unverzichtbar für Grund- und Absicherung sind? Wie können die unterschiedlichen Aggregate an dem Netz zentral gesteuert werden, beziehungsweise wie können entstehende Risiken bemessen und versichert werden? Auch hier sind sich die Teilnehmer des Camps einig: Wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht, ist wenig geholfen. Stattdessen sind kooperative Lösungen gefragt. Und solche, die zum Mitmachen motivieren.

In zwei Teams sind auch bei diesem Workshop bereits konkrete Lösungen erarbeitet worden.

Ein Team hat die Idee eines Informations-Dashboards verfolgt, das sie „Captain Energie“ genannt haben. Der „Captain“ wird die direkte Kommunikation zwischen privaten und kommerziellen Energieerzeugern und den Netzbetreibern ermöglichen. Durch eigene Expertise weiß das Team, dass ein Datentausch zwischen Kunde und Versorger prinzipiell über die Stromleitung möglich ist. Gemeinsam haben sie ein Prämienmodell vorgestellt, dass die effiziente Nutzung der verfügbaren Energie belohnt. Das Dashboard ist darüber hinaus in der Lage, nicht nur Verhaltenstipps zu liefern, sondern auch für jedermann nachvollziehbar, die Herleitung der Tipps und die möglichen Verbesserungen zu visualisieren.

Ein zweites Team hat sich der Entwicklung einer selbstlernenden Schnittstelle gewidmet, die sie kurz „SMART“ getauft haben. Technologien, wie „Smart Meter“ ermöglichen es, tatsächliche Energiebedarfe genauer als bisher vorherzusehen. Das Wissen über die konkreten Energiebedarfe von Haushalten zu bestimmten Zeiten, ermöglicht den Versorgern eine bessere Planung. Dadurch wären sie in der Lage günstigere Tarife oder Nutzungsempfehlungen für sparsameren Verbrauch anzubieten. Die smarte Schnittstelle könnte in Zukunft ein flexibles Produktportfolio für individuelle Lebenskonzepte ermöglichen.

Interessanterweise haben diese beiden Teams, ohne es darauf angelegt zu haben, in diesem Workshop zwei Ideen entwickelt, die sich ergänzen. Sie haben das Potential, den Einsatz von Ressourcen trotz zunehmender Komplexität auf dem Energiemarkt besser zu planen. Eine ressourcenschonende und günstigere Versorgung rückt somit ein Stückchen näher. Und zwei weitere Pflastersteine auf der Roadmap „Energiewende“ made in Aachen sind verlegt.

Wenn Sie erfahren wollen, welche Ideen im vorangegangenen Workshop erarbeitet und durchdacht worden sind, lesen Sie den Beitrag dazu hier.

Anmeldungen zu den noch folgenden Workshops „E-Health & Pflege“ sowie „Flexibles Arbeiten“ nehmen wir gerne entgegen. Schreiben Sie dazu eine kurze Nachricht an: info@innodigicraft.de

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