Job´s done – more Work to come

Der letzte Workshop der fünf InnoDigicamps stand unter dem Zeichen zukünftiger Arbeit und lockte mit dem Titel „Flexibles Arbeiten“ Unternehmer und Personaler aus der Region genauso wie städtische Angestellte in die Halle F1 des Cybernetics Lab. Schon das Flair der Halle, in der für gewöhnlich geschraubt und programmiert wird und aus der noch während der Veranstaltung studentische Mitarbeiter des Clusters in den Feierabend gingen, bot die passende Atmosphäre für diesen Workshop.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses Workshops haben mindestens für diesen Tag ihre Arbeitszeit „flexibel“ eingerichtet. Schließlich haben die Camps des Innovationsforums immer von 17 bis 22 Uhr, also im Anschluss an die Kernarbeitszeit stattgefunden. Diesmal haben sich zwei Teams in gut vier Stunden intensiv mit dem „Menschen in Arbeit“ und dessen Organisation sowie den „Gestaltungsmöglichkeiten unseres Arbeitsplatzes“ für die Zukunft auseinandergesetzt.

Während vor noch nicht allzu langer Zeit, Flexibilität lediglich für wenige Menschen, wie Werksschlosser oder -elektriker, in der Krankenversorgung oder unter Feuerwehrleuten mit Schicht- und Bereitschaftsdiensten eine Rolle spielte, findet sich die Forderung nach Flexibilität heute in nahezu jeder Stellenausschreibung. Doch auch, wenn uns die Forderung nach flexiblen Arbeiten heute gewohnt erscheint, bedeutet sie für viele etwas völlig Unterschiedliches.

„Zeitarbeit“ und „Arbeitnehmerüberlassung“ sind stark negativ besetzte Begriffe. Und doch sind schwankende Auftragslagen, mittelfristige Produktionsspitzen oder kurzfristige Einbrüche unternehmerische Realität. Bereitschaftsdienste werden in bestimmten Zweigen unvermeidbar bleiben – daran kann auch Automatisierung und Digitalisierung wenig ändern. Weite Wege bis zum Arbeitsplatz zurückzulegen, scheint da schon eher eine „freie“ Entscheidung zu sein. Aber klar ist auch, dass niemand gerne seine Freizeit mit dem Weg zur Arbeit vergeuden möchte. Aus welcher Perspektive dieses Thema betrachtet wird, eins ist klar: auch hier gibt es viel Potential. Die Teilnehmer des Workshops haben sich diesen Themen gestellt und kooperativ innovative Lösungsansätze gefunden.

„Springer sein ist kein Wunschberuf“

Eins der beiden Teams hat sich der Herausforderung angenommen, wie eine „faire und flexible Personalplanung für Mitarbeiter und Unternehmen unter Berücksichtigung von Überstunden, Zeitmangel, Familie, Kompetenzen und Lastspitzen“ aussehen müsste. Die Idee ist einigen Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag in stationärer Pflege entsprungen, wo lange Bereitschaftsdienste und kurzfristige Vertretungen Personal und Leitung gleichermaßen belasten. Es sollte der Tatsache Rechnung getragen werden, dass “Springer“ zu sein, keine Wunschposition ist. Außerdem müsse eine unterschiedliche Bezahlung transparent sein und es sollte individuell wählbare Rahmenbedingungen geben. Ein Wertezusammenschluss sei ebenso für die Realisierung eines solchen Tools notwendig. Als vorläufiges Ergebnis hat dieses Team ein Diensteinsatzprogramm vorgestellt, das durch ein Belohnungssystem attraktiv für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, fachspezifisch ausgelegt ist, und doch Unternehmensübergreifend vermitteln kann.

Office Sharing a la Air B´n´B

Das zweite Team konnte eine Idee präsentieren, welche die Ressource „Arbeitsplatz“ sinnvoller allokieren könnte und hat ein Konzept erarbeitet, wie Office Sharing im ländlichen Raum und in Echtzeit angeboten werden kann. Die Überlegungen sind durch die Erkenntnis initiiert worden, dass Büroarbeitsplätze wegen wechselnder Auftragslagen, Krankenstände oder auch Leerstände unterschiedlich ausgelastet sind. Arbeits-, steuer- und versicherungsrechtliche Fragen müssen für einen reibungslosen Ablauf geklärt sein. Auch Bedürfnisse wie Ideenschutz (oder Compliance generell), technischer Support oder schlicht ein guter Kaffee sind in diesem Konzept bedacht worden. Ein Bewertungssystem nach dem Vorbild von Air B´n´B ist in dem ersten Prototyp enthalten.

Half way to success

Nachdem mit dem InnoDigicamp „Flexibles Arbeiten“ der letzte Workshop aus der Smart Living Reihe abgeschlossen ist, geht das Innovationsforum in die zweite Halbzeit. In fünf Camps haben unterschiedliche Akteure aus Aachen und der Region zu zentralen Themen rings um „Smart Living“, unser Leben und Arbeiten von Morgen, zusammengesessen und branchenübergreifend in Kooperation innovative Ideen und Konzepte entwickelt. Diese prototypischen Ideen und Konzepte gilt es nun in den Kooperationen aufzugleisen und in handfeste Innovationen zu verwandeln. Auch wenn der Ball jetzt vorerst bei den Unternehmen liegt, InnoDigicraft nimmt sich noch nicht vollständig raus. Das Innovationsforum bleibt weiterhin Ansprechpartner und Vermittler für und von potentiellen Kooperationspartnern. Außerdem ist ein Wettbewerb um die beste Innovation aus einer Kooperation ausgelobt. Aber nicht nur die Teilnehmer der Camps können hier ihre Ergebnisse einreichen. Jede kooperativ entwickelte Innovation wird von der Jury begutachtet und bewertet werden. Ab dem 2. Mai können Sie hier Ihren Beitrag einreichen – auf der Innovationskonferenz am 11. Juni werden dann im feierlichen Rahmen die Gewinner prämiert. Wir wünschen allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Erfolg!

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