Quelle: Roman von der Lohe

Heizungssteuerung nach Wettervorhersage: Roman von der Lohe im Interview

Thema: Smart Home Temperaturregulation mittels historischer Daten, Objekteigenschaften & Predicted Analytics gewinnt den dritten Platz im InnoDigicraft Ideenwettbewerb

Am Anfang gab es nur mich und die Idee“, so beginnt die Geschichte von Roman von der Lohe und seiner Idee der Heizungssteuerung nach Wettervorhersage.

Während die aktuellen Heizungssysteme sich über die Zimmertemperatur regulieren und entsprechend ein- oder ausschalten, besteht der Grundgedanke des Konzepts von Roman von der Lohe in einem selbstlernenden Smart Home-System. Unter Einbezug von Predictive Analytics, also geeigneten Datenmodellen, die zukünftige Potentiale messen und Vorsorge ermöglichen, werden die historischen und aktuellen Temperaturen sowie Wettervorhersagen ausgewertet. Diese Informationen begünstigen durch eine intelligente Selbststeuerung eine konstante Behaglichkeit in Bezug auf die Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit sowie Luftqualität. Die Raumheizung funktioniert entsprechend vorausschauend selbstständig, raumabhängig sowie kosten- und energiesparend.

Mit der Idee, die Heizungssteuerung zu optimieren, nahm Roman von der Lohe im vergangenen Juli an dem InnoDigicamp „smart home“ teil. Die InnoDigicamps fanden im Rahmen des InnoDigicraft Smart Living Innovationsforum Aachen statt, welches darauf abzielte Smart Living – also das vernetzte Leben und Arbeiten von Morgen als Leitbranche in Aachen zu etablieren. Dafür vernetzten sich Akteure aus dem Handwerk, der Technologie und Wissenschaft und setzten sich zu innovativen Teams zusammen. In den interdisziplinären Gruppen konnten entweder neue Ideen entwickelt oder, wie im Fall von Roman von der Lohe, für ein bestehendes Konzept neue Partner gewonnen werden.

Ausgehend von der ersten Idee zeigten sich E3D, der Lehrstuhl für Energieeffizientes Bauen, Schmitz Gebäudetechnik und RapidMiner GmbH an einer kooperativen Zusammenarbeit interessiert. Für die Umsetzung sind die Rollen klar verteilt. Denn bei Schmitz Gebäudetechnik handelt es sich um einen Experten rund um die Themen Heizungstechnik, Installation und Messtechnik, wohingegen E3D umfangreiches Wissen in den Bereichen Gebäudesimulation, Energieeffizienz und Gebäudetechnik sowie Energiemanagement einschließlich einer optimierten Wärmeverteilung einbringt. Mit RapidMiner steht eine intelligente Softwareumgebung für die Datenverarbeitung und -analyse, der Predicted Analytics bereit.

Den Vorteil eine Kooperation einzugehen sieht Roman von der Lohe darin, dass „Kooperationen immer alle Teilnehmer befruchten. Man bekommt viel mehr Einblicke und Meinungen von Dritten, die das Projekt dann positiv beeinflussen, an der Idee mitfeilen und ihren eigenen Mehrwert einbringen“. So ist auch das Hinzukommen weiterer Partner im Projekt nicht ausgeschlossen.

Die Zielsetzung für die kommende Zeit bestehe darin, das Konzept als Förderprojekt zu etablieren und umzusetzen.  Eine Zukunftsvision könnte sein: ein Haus, dass sich selbst, ganz ohne manuelle Steuerung, regelt.

In Bezug auf das Innovationsforum InnoDigicraft fasst Roman von der Lohe zusammen: „InnoDigicraft ist wie eine Pflanze, die man angefangen hat zu gießen, die gewachsen ist und gute Erfolge geliefert hat!“. Auch er wünscht sich eine derartige Plattform für Innovationen beizubehalten. Folgeprojekte zur Verstetigung des aufgebauten Netzwerks sind gewünscht und geplant. Darunter zum Beispiel eine Kooperation zwischen einer Pflegeeinrichtung und einer Universität. Diese soll den sinnvollen Einsatz von Robotern in der Pflege erforschen.

 

Interviewerin: Carolina Tesarczyk, Unternehmen für Unternehmenskybernetik e.V.

Bildquelle: Roman von der Lohe

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