Gewinner 2. Platz InnoDigicraft Ideenwettbewerb: Arbeitsplatz-Sharing mit Smart Living Kooperation MoFleWo

Arbeitskollege für einen Tag gesucht

Spontanes Arbeitsplatz-Sharing für Aachen: Smart Living Kooperation „MoFleWo“ gewinnt zweiten Preis beim InnoDigicraft Ideenwettbewerb

„Jemand der eine Idee hat; der Partner sucht, ist auf Projekte wie InnoDigicraft angewiesen“ – Anja Koonen, Gewinnerin des zweiten Platzes beim InnoDigicraft Ideenwettbewerb mit der Smart Living Kooperation „MoFleWo“

Zehn Minuten, 30 Minuten, 50 Minuten. Jeder Pendler kennt das: Am Gleis stehen, auf den Zug warten und – auf einmal das kleine, weiße Feld in der Anzeige aufleuchten zu sehen, das verkündet wie viel Verspätung der Zug hat. Klar ist dann häufig auch, dass man seinen Anschlusszug nicht mehr erreicht und somit zur spät zur Arbeit kommt und Arbeitszeit verliert. Aus der Not eine Tugend machen, das dachte sich eine Gruppe des InnoDigicamps Flexibles Arbeiten. Ihre Idee: Warum nicht eine Internet-Plattform gründen, auf der Arbeitgeber kurzfristig freistehende Arbeitsplätze an Freiberufliche oder eben an Pendler vermieten können, die vielleicht einen Arbeitsplatz für zwei Stunden in der Nähe des Bahnhofs benötigen. Dafür steht auch der Name der Kooperation MoFleWo: More Flexible Work.

Die Idee entstand im InnoDigicamp Flexibles Arbeiten im Rahmen von InnoDigicraft – das Smart Living Innovationsforum Aachen. Das Forum, das im Juli mit der erfolgreichen Innovationskonferenz endete, zielte darauf, Smart Living – also das vernetzte Leben und Arbeiten von Morgen – zur Leitbranche in Aachen zu machen. Dazu sollten Handwerk, Technologieunternehmen und Wissenschaft untereinander vernetzt werden. Um innovative Smart Living Lösungen zu entwickeln, braucht es Experten, die wissen, was genau eigentlich ihren Kunden oder auch ihrem Unternehmen fehlt. Fünf Innovationsworkshops, die sogenannten InnoDigicamps, dienten dazu, die Teilnehmer gemeinsam Ideen entwickeln zu lassen. In Kleingruppen bauten sie dann einen ersten Prototyp zu dieser Idee um diese noch erlebbarer und greifbarer zu machen und auch, um Feedback von anderen einholen zu können.

Die Idee: Arbeit der Zukunft muss flexibel und mobil werden

Anja Koonen hatte sich für das Camp Flexibles Arbeiten angemeldet, da sie auf der Suche nach neuen Ideen im Bereich Fachkräftesicherung war. Dass sie dabei selber eine Kooperationsidee mit entwickelt und Partner für diese findet, damit hätte sie nicht gerechnet. Doch sie ahnt, warum gerade diese Idee die Teilnehmer von InnoDigicraft und nicht zuletzt auch die Jury des Ideenwettbewerbs überzeugt hat: Durch ihre Arbeit im Bereich Fachkräftesicherung erlangt sie gleichermaßen einen Einblick in die Unternehmer- als auch in die Arbeitnehmerperspektive. Unternehmen signalisierten ihr gegenüber bereits in der Vergangenheit einen Bedarf für die Ermöglichung mobiler Arbeit.

Das gemeinsame Arbeiten in den InnoDigicamps lief nach den Prinzipien des Design Thinking ab, das gemeinsame Bauen von Prototypen war der Höhepunkt jedes Camps. Die Idee dahinter ist, dass Personen aus unterschiedlichsten Fachbereichen gemeinsam in einem kreativitätsfördernden Umfeld innovative Ideen entwickeln. Oder, wie Anja Koonen es zusammenfasst: „Wenn jemand eine Idee hat, bekommt er oder sie direkt Feedback.“  Der Erfolg gibt der Methode recht: Während der Camps entstanden über zehn verschiedene Kooperationsideen.

Von der Idee zum Konzept: Anmeldung zum Ideenwettbewerb

Das InnoDigicamp half bei der Ideenfindung, doch den Anstoß zur Umsetzung gab dann schließlich der InnoDigicraft Ideenwettbewerb. „Erstmal sacken lassen“, musste sie ihre Idee zunächst. Ihr Kollege Roman von der Lohe regte schließlich an, das Projekt für den Wettbewerb anzumelden und mit ihr gemeinsam die Konzeptentwicklung und Partnerakquise zu übernehmen, denn er war überzeugt von den Möglichkeiten, die die Plattform sowohl Arbeitgebern wie -nehmern bieten könnte. Die Plattform richtet sich an Arbeitnehmer und Selbstständige, die für einen Termin Berufliches von Privatem trennen wollen. Auch Arbeitgeber profitieren von diesem Modell: Durch Krankheit bedingter Arbeitsplatz-Leerstand könnte durch diese Plattform ausgeglichen werden.

Vor Anmeldung der Kooperation für den Ideenwettbewerb stellte sich vor allem die Frage: Welche Kooperationspartner passen überhaupt zur Idee? Die gute Vernetzung der Teilnehmer untereinander – im Laufe des Forums entstanden – half schnell die richtigen Partner zu finden: Carlo Matic von den Interactive Pioneers, Stefan Fritz von synaix, Michael Plagge von Plagge.IT, Florian Wieser von Nunzig CoWorking und Abedin & Schwiering Rechtsanwälte. Alle waren aktive Teilnehmer der InnoDigicamps. Gemeinsam erarbeiteten die Partner im Anschluss das Konzept, das auch die Jury des Wettbewerbs überzeugte.

„Schade, dass es nach acht Monaten zu Ende ist! Es hat gezeigt, dass viele Leute, die Ideen haben, auch gerne zusammenkommen, um sich eben mit anderen auszutauschen und sich ein Netzwerk auszubauen.“ Roman von der Lohe, Teilnehmer InnoDigicraft und Zweitplatzierter Ideenwettbewerb mit der Smart Living Kooperation „MoFleWo“

Bei der Innovationskonferenz am 11. Juli wurde die Idee mit dem zweiten Platz im Ideenwettbewerb ausgezeichnet. Ein erster Erfolg und wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer etablierten Plattform – allerdings liegt noch ein weiter Weg vor Anja Koonen, Roman von der Lohe und ihren Partnern. InnoDigicraft hat den Anstoß für ihre Kooperation gegeben. Derzeit halten sie sich noch bedeckt, was die nächsten Schritte angeht. Doch eins steht fest: „Wir würden uns natürlich riesig freuen, wenn ein Investor einsteigen würde!“

Seit November 2016 hat InnoDigicraft Ideen gebündelt, Teilnehmer vernetzt und Smart Living Kooperationen auf den Weg gebracht. Ein erster Weg zum Ziel „Smart Living als Leitbranche für Aachen“ ist somit geebnet. Wir wünschen Anja Koonen und Roman von der Lohe sowie allen anderen Teilnehmern viel Glück und Durchhaltevermögen für ihre Kooperationen!

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